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Die Kunst der Übertitelung

Was das Publikum liest, muss selbstverständlich wirken.

Ein guter Übertitel wird in der Aufführung unsichtbar. Er bietet dem Publikum genau das, was es in einem bestimmten Moment braucht, ohne Aufmerksamkeit für sich zu fordern.

Eine Live-Regie mit Übertiteln und Bühnenbildern auf den Monitoren
„Der Übertitel ist das zentrale Element: ein kurzes Zusammentreffen von Sprache, Musik und menschlichem Urteilsvermögen.“
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Lesbarkeit

Das Publikum muss das Gelesene mit einem Blick begreifen können. Verdichtung bedeutet keineswegs Verarmung, sondern vielmehr die Aufgabe, eine gut lesbare Sprache zu schaffen, die mit der Musik verschmilzt.

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Musikalisches Timing

Eine Zeile erscheint mit dem Gedanken, nicht vor ihm. Auch der Moment des Ausblendens ist von Bedeutung: Der richtige Rhythmus ist Interpretation.

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Menschliches Urteilsvermögen

Jede Aufführung atmet anders. Die Technik unterstützt den Übertitelinspizienten; sie kann jedoch weder die Konzentration noch die nötige Ruhe noch das musikalische Ohr ersetzen.

Anders hören

Jeder Komponist wirft andere Fragen auf.

Für die Übertitelung gibt es keine universelle Formel. Die Sprache muss sich der musikalischen und dramatischen Welt eines jedes Werkes anpassen, ohne ihre eigene Klarheit zu verlieren.

Porträt von Händel

Händel

Wiederholung, Rhetorik und verschiedene Fassungen

Thomas Hudson · Gemeinfrei
Porträt von Mozart

Mozart

Gesprächstempo und Ensemblesatz

Barbara Krafft · Gemeinfrei
Porträt von Beethoven

Beethoven

Dichte, Idealismus und moralische Kraft

Joseph Karl Stieler · Gemeinfrei
Porträt von Rossini

Rossini

Sprachliche Virtuosität und komischer Rhythmus

Vincenzo Camuccini · Gemeinfrei
Porträt von Britten

Britten

Präzises Englisch und psychologische Feinzeichnung

Unbekannter Fotograf · Gemeinfrei
Porträt von Schostakowitsch

Schostakowitsch

Ironie, Verdichtung und politische Untertöne

Deutsche Fotothek / J. Rizzo-Weaver · CC BY-SA 3.0 DE
Richard Néel bei der Arbeit hinter der Bühne

Richard Néel

Dreißig Jahre zwischen Sprachen und Bühnen.

Richards Arbeit umfasst das französische, englische, russische, italienische, deutsche und polnische Repertoire und erstreckt sich darüber hinaus auf zahlreiche weitere Sprachen. Er hat Übertitelfassungen für Opernhäuser, Festivals und Übertragungen in ganz Europa entwickelt.